Mit seinen farbenprächtigen Kostümen und atemberaubenden Tanzvariationen gilt der Samba seit den 30er Jahren als die populärste und weltweit bekannteste Musik- und Tanzgattung Brasiliens.

Im 20.Jh kam die Samba nach Europa, hier aber zunächst als lateinamerikanischer Paartanz.

Denken wir heute an Samba, so sehen wir vor allem den Karneval in Rio de Janeiro vor Augen. (Die Portugiesen brachten den Karneval im 17. Jahrhundert unter der alten Bezeichnung Entrudo nach Brasilien)

Ab 1840 wurde aus dem bunten Volkstreiben Festveranstaltungen, die in richtigen Ballhäusern stattfanden. Es entstanden regelrechte Karnevalsgesellschaften, die inzwischen auch recht finanzstark sind. "In Brasilien, so sagt man, gibt es drei Zeiten: die Zeit vor dem Karneval, während des Karnevals und nach dem Karneval."

Seit 1950 präsentiert sich der Karneval in Bahia verstärkt afro-brasilianisch und führt so zum Straßenkarneval zurück. Lediglich in Rio dominiert der traditionelle Salon- und Clubkarneval und die organisierten Umzüge der Sambaschulen. Auch heute noch stehen organisierte Feste und spontane Musikveranstaltungen nebeneinander. In den 80-ern des 20.Jahrhunderts entstand in Rio de Janeiro das Sambódrom, das etwa 800m lang und rechts und links von Tribünen gesäumt ist. Die Plätze sind heiß begehrt und schnell ausverkauft.

In diesem Stadion findet der zweitägige Umzug der Sambaschulen, den Escolas de Samba, statt. Während des Jahres trainieren und arbeiten die Sambaschulen in den Räumen, die extra in der riesigen Tribünenanlage für sie angelegt wurden. (Sambaschule: sie hat eine bateria (eine Gruppe von Drummern) komponiert ihre eigenen Stücke und arbeitet eigene Choreografien aus. Flaggenträger und Tanzmeister gehören dazu und hat jedes Jahr ein spezielles Thema während der Parade).

Während des Karnevals wird eine ganze Woche lang, bis hin zum Aschermittwoch, durchgetanzt. Von zahlreichen Lautsprecherwagen, den trio elétricos, dröhnen die Rhythmen der bahianischen Musik. Fast alle Karnevalsgruppen sind an allen Tagen auf den Straßen. Zwischen Muscheln und Rasseln, zu der Samba der Batuques wird getanzt, gelacht, getrunken und gefeiert bis zum Umfallen. Nach dem Abschiedskonzert am Aschermittwoch, laufen diejenigen, die immer noch nicht genug haben, bis nach Barra, um dort noch die letzten Klänge zu hören. Am Nachmittag ist der Karneval zu Ende - vorerst. Aber schon kurze Zeit später beginnen die Planungen und das Einstudieren von Choreografien fürs nächste Jahr.